April 2008
08.04.08
Ich bin wieder da. Nachdem einige mir geschrieben haben, gefragt haben, ob ich überhaupt noch aktiv dabei bin, möchte ich allen mitteilen: ja , ich bin wieder aktiv dabei.
Nicht dass ich in den letzten vier Wochen im Urlaub gewesen wäre. Iich war einfach etwas viel beschäftigt. Barbara habe ich am vergangenen Sonntag in Belgien angeholt. Sie war 11 Tage zur Vipassana Meditation. Dass bedeutete für mich zusätzliche Arbeit. Selbst hatte ich eine ganze Reihe Termine wahrzunehmen. In einem Satz ausgedrückt : " Ich hatte einfach genug zu tun "
Das führte zum Beispiel dazu, dass ich unsere neueste Mitarbeiterin Marina nicht vorgestellt habe. Einfach das Formular ins Netz gestellt und fertig. Sie hat inzwischen ihre erste Massage auch geben können und ich war glücklich als Feedback die Aussage des Gastes lesen zu dürfen " Sie ist ein Naturtalent "
Marina ist Ende vierzig, dunkelhaarig und sehr herzlich in ihrer Art. In der Massage taucht sie selbst so tief ein, es ist schön, sie dabei anzusehen. Als berufstätige Frau, sie arbeitet in der Krankenpflege, kann sie nur wenige Termine anbieten. Aktuell für den Monat April ist deshalb auch nur noch der 10.04 um 18:00 Uhr buchbar. Im Mai wird sie dann hauptsächlich dienstags und donnerstag um 18:00 Uhr Termine anbieten Vorab Anfragen sind natürlich möglich. Wochenendtermine können eventuell individuell vereinbart werden.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
19.04.08
Barbara hat mich gebeten ihre aufgeschriebenen Gedanken hier zu veröffentlichen.
Vipassana-Kurs
10 Tage, täglich 10 Stunden sitzen und schweigen. Wann im Leben hat man schon die Gelegenheit, so zu sich selbst zu kommen, so viele Gedanken ungestört zu Ende zu denken, so viel ins Reine zu kriegen?
10 Tage lang nicht erreichbar sein…
Am stärksten war in jedem Kurs für mich der Moment am zehnten Tag, bei der Metta-Meditation. Die geht mir durch und durch, so viel Gänsehaut hab ich kaum sonst – eigentlich nie sonst. Da fließen schon auch mal Tränen, da ist so viel: Freude und Liebe und Demut und Rundum-satt.
Während des Kurses hält man sich an gewisse Regeln, man sollte es tun! Und eigentlich sind die meisten „ganz normale“ Regeln, die man auch im Alltag beachten sollte:
kein lebendes Wesen töten
nicht stehlen
keine sexuelle Aktivität
nicht lügen
keine Rauschmittel, auch kein Tabak und kein Alkohol
edles Schweigen
Die Reaktion vieler, mit denen man sich (auch über diese Regeln) unterhält, betrifft das Schweigen. Das kann ich nicht, das halte ich nicht aus – diese Sätze hört man immer wieder. Nicht zu sprechen ist sehr einfach. Und sehr wohltuend. Die Stille ist so friedlich. Manchmal feierlich. Man wird nicht bewertet, hört keine Kritik. Natürlich auch kein Lob, aber das kommt ja alles später wieder. Man wird sich bewusst, wie viel unnötiges Geschwätz einen tagtäglich verfolgt, wie viel sinnloses Gerede man selbst veranstaltet. Wie leer und nichtssagend doch vieles ist, was wir unnötigerweise von uns geben.
Teilweise hat man natürlich wilde und auch nicht so liebevolle Gedanken – aber man spricht nichts aus. Und weil man auch Blickkontakt vermeiden soll, wird man in diesen 10Tagen auch niemand verletzen. Nicht mit Worten, nicht mit Blicken, nicht mit Taten.
Während dieser zehn Tage herrscht auch strenge Trennung der Geschlechter: Männer und Frauen schlafen in getrennten Gebäuden, essen in getrennten Speisesälen, gehen auf abgegrenzten „eigenen“ Gehbereichen. In der Meditationshalle sitzen die Männer links, die Frauen rechts, dazwischen ist ein breiter Gang. Auch das ist schön: 10 Tage kein Make-up, 10 Tage keine Frage „was ziehe ich an?“, 10 Tage keine Konkurrenz…
Man weiß ja eigentlich um die Regeln, denn in jeder Informationsbroschüre und in jedem Anmeldeformular steht darüber. Man weiß vielleicht doch nicht so recht, worauf man sich letztendlich doch einlässt - einlassen muss: auf eine Begegnung mit sich selbst. In jedem Kurs habe ich erlebt, dass zwischen dem 4. und 7. Tag Menschen aufhören, gehen. Es mag viele verschiedene Anlässe dafür geben. Einer ist vielleicht eben auch, dieses Einlassen auf sich selbst. Diese Konfrontation mit sich selbst.
An den ersten drei Tagen wird „nur“ die Atembeobachtung geübt. Das klingt sehr einfach. Man soll sich nur auf den Atem konzentrieren, der über die Fläche unter den Nasenlöchern streicht, der in der Nase zu fühlen ist, nichts anderes. Nicht steuern, nicht den Atem führen. Nur die reine Tatsache des Atems beobachten. Und da zeigt es sich bereits, wie schwer das ist! Anstatt den Atem zu beobachten, anstatt in Gedanken nur bei seinem Atem zu sein, ist der Geist ununterbrochen unterwegs.
„da sitze ich hier und zuhause häuft sich die Arbeit“ …. „was bewegt meinen Bruder dazu, so zu handeln wie er es tut?“…… „ich habe vergessen, eine mail wegzuschicken“…..“warum tut mir der Hintern weh?“…..“hoffentlich vergisst Klaus nicht wieder, die Blumen zu gießen“…. „ob ihm das mit der Wäsche nicht zuviel wird?“…….“ich hätte vielleicht doch nachsichtiger mit meiner Mutter sein sollen“……
Ich denke über die letzten Lebenstage und –Minuten meiner Mutter nach, über ihr Sterben. Was hat sie bewegt? Wie hat sie ihr Leben empfunden? Was habe ich versäumt? Was hätte ich besser machen können? Zwei Tage lang denke ich immer wieder über solche Dinge nach, dann bin ich soweit: ich schiebe meine Mutter in Gedanken wie eine Gardine beiseite, liebevoll, und sage ihr, dass das jetzt alles vorbei ist, dass es hier weitergeht, und dass alles gut ist so. Und damit ist es auch gut. Am nächsten Tag mache ich Pläne: wie soll das Wohnzimmer renoviert werden? Schreibe ich einen Bericht in unsere Webseite?
Am 4. Tag ist Vipassana-Tag. Nun sollen wir lernen, Empfindungen auf dem ganzen Körper, Stück für Stück, zu beachten. Nicht darauf zu reagieren, nur wahrnehmen. Und dies wird die nächsten Tage vertieft, subtiler und entschlossener. Achja, und gleichzeitig gibt es das „Sitzen mit großer Entschlossenheit“. Täglich während der drei einstündigen Gruppensitzungen soll man die zu Beginn der Stunde gewählte Haltung nicht verändern. Während der Stunde, in der dieses „entschlossene Sitzen“ erstmals praktiziert wird, muß ich jedes Mal grinsen. In den bisherigen Stunden ging so etwa nach 30 Minuten eine Rutscherei los. Fast jeder versuchte, seine Sitzposition zu verändern. Und nun? Ruhe! Niemand rutscht, oder wenn, dann nur so leise, dass man es kaum wahrnimmt. Es geht doch! Auch wenn man immer wieder mal das Gefühl hat, nie mehr aufstehen, nie mehr gehen zu können: diese Übung in Disziplin ist sehr wohltuend. Denn man WEISS ja, dass die ersten Schritte zwar weh tun, aber dann ist alles wie immer. Man hält es aus! Wie man so vieles im Leben aushalten muß, so auch dieses. Und deshalb gefällt mir diese Übung „eigentlich“ ganz gut, was nicht heißt, dass ich nicht während so mancher Stunde „entschlossenem Sitzen“ nicht eben die allerliebsten Gedanken hege…
Am 10. Tag ist nach der Gruppensitzung Metta-Meditation. Bisher war man nur mit sich selbst und seinen Empfindungen beschäftigt, nun versucht man, allumfassende, selbstlose Liebe und Wohlwollen zu fühlen und diese nicht nur für sich geben, sondern an alle Wesen. Eine sehr anrührende Stunde, nicht selten mit Tränen der Meditierenden. Nach dieser Stunde darf wieder gesprochen werden, „edles Schnattern“.
Viele bleiben erstmal in der Halle sitzen, schweigend, nachdenklich, vielleicht weinend. Abschied nehmend von dieser Ruhe, diesem Frieden. Es geht mir eigentlich immer zu schnell: wenn man jetzt in den Speisesaal geht dann schnattern und lachen die Frauen miteinander. Alles ist so laut, so ungewohnt.
Diese 10 Tage der „Entschleunigung“ tun mir immer gut. Während der ersten Tage hadere ich mit mir, dass ich „rumhocke“ und nichts tue. Aber diese Zeit braucht man, um runterzukommen und loszulassen.
Am 11. Tag fährt man nach Hause, und man ist sehr schnell wieder zurück im normalen Leben. Aber weg gewesen zu sein, das hilft. Immer wieder, in vielen Situationen.
Ich kann sagen, dass ich Situationen, die mich vor 4 Jahren aus der Fassung gebracht haben, wütend gemacht haben, heute ganz anders betrachte und angehe. Ich habe nicht mein Wesen verändert, aber ich lebe entspannter und bewusster. Ich kann besser unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Ich lasse mich nicht mehr verrückt machen und nicht mehr hetzen. Ich betrachte Menschen liebevoller und doch auch verständnisvoller.
Alles Liebe
Barbara
20.04.08
Die nächste Masseurin vom Team Wuppertal macht sich selbstständig. Christina, seit mehr als zwei Jahren bei uns, wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Im Mai wird sie ihre letzten , leider wenige, Termine in unseren Räumen anbieten. Aber sie wird auch schon in ihren Räumen in Witten die ersten Termine wahrnehmen.
Ich freue mich sehr über ihre Entscheidung. Und selbstverständlich wird sie über unsere Webseiten als Partnerin weiter zu erreichen sein. Und sollte einer ihrer Gäste nicht nach Witten wollen oder können, sie kommt auch gerne, hier zu uns, und steht zur Verfügung. Genauso möchte sie gerne die vierhändigen Massagen weiterhin in unseren Räumen anbieten.
Ihre Telefonnummer und Emailadresse kommen in den nächsten Tagen.
29.04.08
Heute veröffentliche ich einen Bericht von Michael und Delia, die am vergangenem Samstag bei unserem Partner Luc zu Besuch waren.
Ein Besuch in Brüssel
Ende Februar hat uns Luc in Wuppertal besucht.
Luc hat mich damals eingeladen einen tantrischen Tag bei ihm Brüssel zu verbringen.
Am Samstag war es soweit. Delia und ich sind gespannt und mit einem schönen Kribbeln im Bauch gegen 7:00h losgefahren und waren um 9:30h in Oudergem, ein ruhiger Vorort von Brüssel.
Zu Hause noch anrufen, um nachzuhören, ob es den Kindern gut geht, die wir zum ersten Mal einen ganzen Tag alleine gelassen haben. Wir bekamen zu Hören, daß die Brötchen außen ganz dunkel, aber innen noch weiß und eßbar sind, also alles in Ordnung ;-)
Luc empfing uns herzlich und zeigte uns das Haus und die Massageräume.
Es gibt drei für Massagen eingerichtete Räume, zwei kleinere und einen großen.
Am Samstag hatten wir alle Räume für uns.
Der Tag verlief, geplant und ungeplant, wie im Flug.
Luc hatte den großen Raum mit zwei Matten vorbereitet.
Im Vorgespräch stellte sich heraus, das Ma. nicht mit Zuschauern massiert werden wollte.
Also bin ich mit ihr in einen der kleinen Räume gegangen.
Geplant war, das erst ich sie und dann, nach einer kleinen Pause, sie mich massiert.
Das haben wir nicht geschafft.
Wir haben uns ineinander verloren und uns wechselseitig massiert, bis ein sanftes Klopfen und eine Stimme sagte, daß die anderen endlich die verspätete Mittagspause halten wollten.
Da erst merkte ich, wie viel Zeit vergangen war und ich wirklich hungrig und durstig war.
Delia:
Wie wird es werden? Wie unterhalte ich mich? Worüber werden wir reden? Was wird es für eine Frau sein, der ich die Massage geben darf und wird es gut sein?
Solche Fragen hatte ich noch während der Hinfahrt. Doch als wir von Luc empfangen wurden, nahm er mir mit seiner Herzlichkeit all meine Aufregung und nach einer Tasse Kaffee war ich angekommen.
Ich konnte durchgehend den großen Raum nutzen, in dem ich mich wohl gefühlt habe. Ich habe Luc massiert und bin nach einer Pause von Luc liebevoll massiert worden.
F. und Mt. waren die meiste Zeit mit im Raum, wechselten aber zeitweilig auch in den anderen.
Michael:
Die Mittagspause verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein, mit belegten Baguettes und Obst auf einem kleinen Balkon.
Im großen Raum ging es dann weiter. Delia hat Mt. massiert und ich habe F. massiert.
Die Stimmung, die dabei entsteht, kannte ich schon vom Workshoptag Ende Februar.
Die Energien der zwei Empfangenden, der zwei Gebenden und der mit Aufmerksamkeit beobachtenden, addiert sich im Raum und läßt eine Schwingung entstehen, die mit Worten schwer zu beschreiben ist, aber wir können sagen: es ist wunderschön. Die wahrhafte Ruhe und Entspanntheit, die uns alle nach diesen Massagen erfüllte, klingt noch immer nach.
Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt.
Ich durfte wieder einmal das Wunder erleben, einen bis dahin fremden Menschen in den Arm nehmen zu dürfen und nach ganz kurzer Zeit nicht mehr fremd zu sein.
Ich habe eine unglaublich zärtliche und liebevolle Massage erhalten, bei der ich Raum und Zeit vergessen habe. Meine Haut kribbelt immer noch, wenn ich zurückdenke.
Auf der Rückfahrt haben wir nach einem Wort gesucht, das den Zustand beschreibt nach diesem Tag und diesen Erlebnissen. Wir fühlten uns: satt. Wir waren nicht müde oder gar erschöpft, sondern sehr zufrieden - gefühlssatt.
Liebe Grüße
Delia und Michael
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