November 2008
28.11.08
Heute hat mich Michaela, Partnerin aus Marburg, gebeten, sie vorerst von unserer Seite zu entfernen. Sie ist beruflich im Stress und möchte eine längere Pause machen. Sowie sie sich entscheidet, wieder Massagen anzubieten, werde ich sie auch wieder hier vorstellen.
Einen Monat noch, dann ist das Jahr zu Ende. Schon Zeit, Bilanz zu ziehen? Vielleicht ein wenig.
Das Positive zuerst. Immer noch sind die Mehrzahl unserer Gäste sehr treu. Einige kommen tatsächlich seit Ende 2004 regelmäßig zu uns. Da entwickelt sich natürlich ein Verhältnis, das nichts mit Kunde - Anbieter zu tun hat. Man trinkt Kaffee, redet miteinander und weiß voneinander. Ich danke denen, die wissen, wer gemeint ist.
Unser Team, aber auch unsere Partner, machen eine ständige Weiterentwicklung mit. Nicht nur, dass sich die tantrischen Begegnungen immer mehr vertiefen, auch die persönlichen Entwicklungen sind durchweg positiv. Man hat irgendwann einen Weg begonnen, den man nun nicht mehr beenden möchte.
Weil ich gestern ein Training mit Elfi und Ina hatte, mag ich dieses als Beispiel nehmen. Sie gaben mir eine vierhändige Tantramassage, die nicht nur für mich wunderschön war. Auch die beiden Frauen haben sich einfach nur gut gefühlt.
Ina, die erst seit einigen Wochen bei uns ist, strahlt pures Glücklichsein aus.
Und Elfi, sie kenne ich seit August 2005, sagte gestern wieder, dass sich ihr Leben durch Tantra völlig verändert hat.
Ich freue mich jetzt schon auf die "neuen" Kontakte im nächsten Jahr. Gleichgültig ob neue Mitarbeiterinnen, neue Partnerinnen oder einfach neue Gäste.
Aber es gab natürlich nicht nur Positives. Leider mußten wir im Jahr 2008 auch einiges an Schwierigkeiten durchmachen.
Manches selbst verursacht, manches sehr überraschend.
Ob es kurzfristige Austritte aus dem Team waren, oder das leidige Thema Bürokratie. Man muß heute so viel Arbeit und Zeit in Themen einbringen, die mit dem eigentlichen Kern der Arbeit nichts zu tun haben. Man kommt einfach in Stress. Als ich anfing, Massagen anzubieten, habe ich doch nicht darüber nachgedacht, Krankenkassen Fachangestellter zu werden.
Heute bekomme ich einen Newsletter der Minijob-Zentrale. Da wird auf die Änderungen ab 2009 aufmerksam gemacht. Ich gebe hier nur ein paar Überschriften wieder:
1. Erhöhung der Umlagen für Arbeitgeberaufwendungen
2. Änderung im Meldeverfahren - Übermittlung von Unfallversicherungsdaten
3. Einzug der Insolvenzgeldumlage durch die Einzugsstellen
4. Neue Dauer-Beitragsnachweises ab Januar 2009 notwendig
5. Korrekturnachweise für die Zeit vor dem 1. Januar 2009
Ich will doch nur ein paar Mitarbeiterinnen auf 400,- Eurobasis beschäftigen. Muss ich da wirklich solche Dinge:
"Da die Rentenversicherungsträger im Rahmen der Betriebsprüfung zukünftig auch die Beitragszahlung zur Unfallversicherung prüfen, wird das Meldeverfahren zur Sozialversicherung ab dem 1. Januar 2009 um die prüfrelevanten Informationen zur Unfallversicherung erweitert. Das bedeutet, dass in allen Entgeltmeldungen (Abgabegründe 30 bis 49, 50 bis 57 und 70 bis 72), die nach dem 31. Dezember 2008 erstellt werden und einen Meldezeitraum ab dem 1. Januar 2008 beinhalten, die unfallversicherungsspezifischen Daten zwingend anzugeben sind. Bei ununterbrochenen Beschäftigungsverhältnissen sind erstmalig mit der Jahresmeldung für das Jahr 2008 die Unfallversicherungsdaten zu melden. Dies hat darüber hinaus zur Folge, dass für Meldezeiträume ab dem 1. Januar 2008 auch für kurzfristig Beschäftigte Entgeltmeldungen zur Unfallversicherung zu erstatten sind."
verstehen?
Wenn Barbara und ich uns mal entscheiden aufzuhören, dann nicht, weil wir nicht genug zu tun hätten. Wir hören auf, wenn man für die Selbstständigkeit einer so simplen Sache wie Wohlfühlmassagen zuerst ein Studium machen muß.
Aber noch finde ich immer wieder liebe Menschen, die mir komplizierte Dinge, die ich nicht mehr verstehe, erklären, ohne mir vorher ihren Stundensatz mitzuteilen.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
20.11.08
Ich hatte angekündigt dass sich zwei neue Mitarbeiterinnen vorstellen möchten.
Eine davon war im Juni 2008 schon einmal bei mir. Damals sagte ich ihr dass ich gerne bereit sei sie auszubilden. Leider hat sie sich aber nicht mehr gemeldet. Als sie mich nun anrief erklärte sie mir am Telefon " Das Arbeitsamt macht mir Probleme. Die wollen mir einen 1,- Euro Job aufs Auge drücken "
Dann fragte sie mich ob sie ihre Freundin ( 24 Jahre jung ) mitbringen könne. Die suche auch eine neue Aufgabe. So kam die Verabredung zustande.
18.11.08 um 14:00 Uhr wollten sie kommen. Um 13:00 Uhr ruft mich die eine an und erklärt " Ich muß den termin verschieben, meine Freundin kann nicht kommen"
Ich habe dann selbstverständlich von einer möglichen Zusammenarbeit Abstand genommen. Nun stellt sich mir doch die Frage , habe ich irgend etwas verpasst in den letzten Jahren? Da sucht jemand dringend Arbeit, kommt aber zum Gespräch nur mit der Freundin. Verrückterweise habe ich einen Abend vorher einen Beitrag im Fernsehen gesehen, in dem über Menschen berichtet wurde, die ihr Leben durch das einsammeln von Flaschen absichern. Menschen die , zum Teil unverschuldet, so in Not geraten sind, dass sie die 2,- Euro am Tag fürs Flaschenpfand, dringend brauchen.
Mir scheint in solchen Momenten, dass es auch Menschen gibt, denen geht es offensichtlich zu gut. Ich wünsche ihr, die sich dann doch lieber für einen 1,- Euro Job entschieden hat, sie möge zukünftig nicht weiter die Leiter nach unten gehen. Ihre Freundin wird kaum in der Lage oder willens sein, ihr die Miete zu finanzieren.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
17.11.08
Vielen Dank für die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Ich finde es toll, dass Gäste anrufen, nur um zu gratulieren. Ich finde es supertoll ,wenn die Masseurinnen mich umarmen und gratulieren. Mein Schatz, die Barbara, hat mich mit einem tollen Geschenk überrascht. Ich bekomme eine Ganzkörpermassage (ganz sicher NUR Massage) in einer Sauna.
Morgen wollen sich zwei neue Frauen vorstellen. Immer wieder spannend. Ob sie zu uns passen, ob ich anfange mit ihnen zu arbeiten, ich werde es in den nächsten Tagen hier berichten.
Soviel in der Kürze, jetzt werde ich noch ein/zwei Stunden Musik hören und dann schlafen gehen. Alte Männer brauchen doch mehr Schlaf, hat man mir mal gesagt :-)
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
10.11.08
Nachdem in der vergangenen Woche die Umsatzsteuer-Sonderprüfung bei uns gemacht wurde hoffen wir, dass nun wieder ein paar ruhige Tage auf uns zukommen.
Was die Steuern angeht: das hat uns auch gezeigt, dass wir im nächsten Jahr etwas an der Preisgestaltung machen müssen.
Mir ist klar, dass es nicht schön ist zu lesen, wenn die Preise steigen. Aber ich denke, jeder kann nachvollziehen, dass durch steigende Kosten irgendwann eine Grenze erreicht ist. Nicht zuletzt steigen auch die Kosten für unsere Masseurinnen, die ausgeglichen werden müssen. Also haben wir uns zusammengesetzt und folgende Lösung überdacht:
Ab 01.01.09 werden die Massagen mit einer Wunschmasseurin 130,- Euro kosten. Masseurinnen, die nur eine Anfahrt von 10 Minuten haben, sind dann im Vorteil. Aber wir haben auch Masseurinnen bei uns, die eine knappe Stunde und knappe 100 km Anfahrt in Kauf nehmen.
Wenn Ihr als Gäste die Entscheidung, welche Masseurin, Blind Date, anwesend sein soll, uns überlasst, dann bleibt der Preis bei 110,- Euro. Damit hätten wir die Möglicheit, die Termine einzelner Masseurinnen besser zu koordinieren.
Und dann gibt es ab 01.01.09 noch unsere Stammgast Pauschale. Alle Gäste, die im Jahr 2008 mindestens 10 mal bei uns waren, zahlen im Folgejahr 2009 weiterhin 110,- Euro
Aber noch einmal: am liebsten würde ich beim alten Preis bleiben. Aber dann ist für uns der Zeitpunkt absehbar, wann wir zumachen müßten. Und das ist nicht unser Ziel.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
03.11.08
Nachdem ich heute morgen den Song "Halleluljah" von Leonard Cohen mindestens 10 mal gehört habe, meine Nachbarn mögen mir verzeihen, möchte ich kurz über das Konzert gestern abend schreiben.
Erschrocken habe ich mich echt, als er auf die Bühne kam. Ich hatte ein Bild von ihm im Kopf, das sich nun als etwas falsch herausstellte. Was da auf die Bühne kam war schlicht und einfach ein alter Mann. Schlank, sicherlich ähnlich wenig Hintern wie ich, aber deutlich mehr graue Haare. In mir ging sofort die Rechnung los. Gerade mal noch knappe 14 Jahre, dann bin ich selbst 70 Jahre alt. Wenn diese nächsten Jahre so schnell rumgehen wie die vergangenen, mein Gott, viel Zeit habe ich echt nicht mehr.
Dann fing er an zu singen. Singen? Kann man das tatsächlich einfach singen nennen? Wieder muss ich ein vorhandenes Bild in mir revidieren. Diese Stimme hat nichts mit der Stimme auf den diversen CD`s zu tun, die ich in den letzten Monaten immer wieder gehört habe. Ich hörte eine Stimme, beginnend mit dem ersten Ton und nachwirkend bis heute morgen, die so tief in mich eindrang, daß es kaum zu beschreiben ist.
Da stand er also, soweit ich weiß, 74 Jahre alt, und sang. Ruhig stehend, immer wieder mal eben auf die Knie fallend, zog er mich, und ich denke die Mehrheit in der Arena Oberhausen, in seinen Bann. Eine Ausstrahlung, die unbeschreiblich ist. So voller Dankbarkeit und Frieden, einfach ergreifend. Er strahlte eine Demut und Dankbarkeit aus, die mir tatsächlich die Tränen in die Augen steigen lies.
Alle bekannten Songs, in ca. 40 Jahren entstanden, wurden geboten. Auch jetzt, am nächsten Tag, habe ich noch eine Gänsehaut. Ich bin unendlich dankbar, die Chance, ihn live zu erleben, genutzt zu haben. Ich bin sicher, er selbst wird meine Zeilen wohl niemals lesen. Und dennoch möchte ich ihm auf diesem Weg danken.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
01.11.08
Was ist los bei uns? In den vergangenen Tagen ist schlicht und einfach der Teufel drin. Neben wunderschönen Begegnungen und Workshops haben die letzten 14 Tage nur Stress und Hektik gebracht. Und leider ist abzusehen, dass es noch ein paar Tage so bleiben wird.
Aber ich möchte gerne ein paar Beispiele nennen:
1. Seit fast drei Wochen müssen oder dürfen unsere Gäste in der Blombachstraße bei Kerzenlicht duschen. Der Vermieter weiß Bescheid, bekommt aber wohl den Elektriker nicht in den Griff. Der war einmal bei uns, hat innerhalb von 10 Minuten den Fehler gefunden, nicht behoben, und wurde nicht wieder gesehen.
Lediglich ein Kabel, ca. 30 cm, müßte ausgewechselt werden. Vielleicht ist der Auftrag zu unscheinbar? Ich lasse die Finger davon. Nicht umsonst arbeite ich nicht in der Branche.
2. Seit mehr als drei Wochen lese und beantworte ich emails die mich sehr viel Kraft kosten. Jahrelang habe ich versucht, dem Absender zu helfen, wo immer ich konnte. Unter Einsatz von viel Zeit, einigem an Geld und sehr viel an Nerven war ich einige Jahre der Freund und Helfer. Und heute? Da sagt man mir doch tatsächlich "Es hat dich doch keiner gebeten!"
Richtig, aber wenn ein Mensch, an dem mir etwas liegt, soweit ist, sein Leben zu beenden, warte ich nicht auf die Aufforderung nach Hilfe. Wenn ein Mensch krank wird, sich selbst nicht mehr helfen kann, soll ich mich abwenden und sagen - was kümmert es mich?
Nun ist in dieser Beziehung ein Punkt erreicht, der mich tatsächlich dazu bringt, zu sagen: Bitte laß mich in Ruhe.
3. Was haben wir, Barbara und ich, eigentlich falsch gemacht? Ich bin mehr oder weniger 30 Jahren selbstständig, mit Unterbrechungen. Seit wir aber mit unserem Angebot, Atemmeditation und Massagen, tätig sind, sind auch immer wieder Probleme mit Ämtern aufgetaucht. Da war Samstagmittags pötzlich das Hauptzollamt bei uns zu Hause. Man wolle uns wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit kontrollieren. Da meldet sich das Ordungsamt aufgrund einer anonymen Anzeige und will uns kontrollieren. Und nächste Woche haben wir das Vergnügen, den Herren vom Finanzamt die Möglichkeit zu bieten, eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung durchzuführen.
Liegt es an uns? Liegt es am Gewerbe? Liegt es an der Zeit? Ich habe keine Ahnung, muß aber feststellen, dass es langsam Zeit wird, endlich einfach in Ruhe arbeiten zu dürfen.
Zu diesen kleinen Beispielen könnte ich noch eine ganze Menge kleiner Schwierigkeiten nennen, die einen Mann im mittleren Alter doch ernsthaft darüber nachdenken lassen: habe ich als Jugendlicher wohl was falsch gemacht? Wäre ich nicht doch besser Beamter geworden?
Aber es gibt Gott sei Dank auch Erfreuliches. Das sind dann die Dinge, die immer wieder neu motivieren. Treffen mit Menschen, die manchmal so tiefgehend sind, dass ein echtes Gefühl von Verbundenheit entsteht.
Da hatte ich am letzten Wochenende einen Eintages-Workshop mit einer wunderschönen und sehr interessierten Frau. Sie ist eine erfahrene Massageanbieterin, die ihre Kenntnisse in der Tantramassage erweitern wollte. Die uns einfach kennenlernen wollte. Nicht zuletzt, um viel miteinander zu reden und Gedanken auszutauschen. Da ich bei dieser Art von Workshop ja selbst sehr viele Berührungen empfange, konnte ich es nicht zuletzt ihrer Erfahrung wegen sehr geniessen. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir uns irgendwann wiedersehen werden. Auch wenn uns fast 500 km trennen.
Da durfte ich diese Woche einen Workshop mit Hilfe und Unterstützung von Christina aus Witten durchführen. Sie als Assistentin ist Garant für viel Spass und tolle Begegnungen. Unser Gast, ein Mann Mitte 40, hat es sichtlich genossen, von ihr berührt zu werden. Aber auch die Chance, sie im Anschluss zu berühren, zu massieren war wohl nicht ganz Ohne. Spätestens aber nach der gemeinsamen Meditation wurde die Stimmung für uns alle drei ganz besonders. Einfach glücklich sein - es kann so schön sein.
Zum Abschluss darf ich sagen, dass es trotz aller Hektik und all dem Stress immer wieder die Momente gibt, die etwas Besonderes sind. Zum Beispiel morgen, 02.11.08, sind Barbara und ich bei einem Konzert in Oberhausen. Leonard Cohen, auf seiner wahrscheinlich letzten großen Reise. Immerhin ist er inzwischen jenseits der 70 angekommen. Barbara und ich lieben seine Musik. Was aber besonders schön ist am morgigen Sonntag: Wir sind nicht alleine. Delia, Michael und Flora werden mit dabei sein. Wir werden einen schönen Nachmittag haben, einen Abend erleben, den man als einen der Höhepunkte des Jahres bezeichnen kann.
Ich freue mich wahnsinnig darauf
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
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