August 2009
03.08.09
Diana hat aufgehört. Heute morgen rief sie mich an und erklärte mir dass sie ab sofort keine Massagen mehr geben wird.
Sehr schade, war sie doch eine der Masseurinnen die ihre Gäste begeisterte und fast alle sofort neue Termine mit ihr vereinbarten.
Warum? Sie hat es versucht mir zu erklären, aber dass möchte ich ungern hier veröffentlichen. Wir müssen ihre Entscheidung einfach respektieren.
Alles Liebe - Liebe Alles
Klaus
03.08.09 Erklärung
Ich möchte nur kurz berichten was vor wenigen Tagen geschehen ist. Bei einer mir lieben Kollegin outete sich der angekündigte Massagegast als Mitarbeiter der Steuerfahndung. Er kündigte der anwesenden Masseurin an, ein Verfahren einzuleiten. Sie arbeite als Gebende Tantramasseurin auch als Prostituierte. Somit müsse sie auch die entsprechende pauschale Steuer entrichten. Der Betreiberin wurde dann angekündigt wegen Förderung der Prostitution gegen sie zu ermitteln. Das ganze wird zur Zeit vom Anwalt überprüft, der aber schon echte Probleme auf sie zukommen sieht. Übrigens, die simple Definierung des Steuerfahnders zur Prostitution " Wer gegen Bezahlung den Intimbereich, bzw. die Geschlechtsteile des zahlenden berührt, arbeitet als Prostituierte.
Mir selbst erklärte im Januar 2009 der Steuerprüfer vom Finanzamt " Sie dürfen mit regelmäßigen Kontrollen rechnen, immerhin gehen dem Staat in diesem Gewerbe Milliarden verloren"
Ganz davon abgesehen, dass die Definition des Steuerfahnders zur Prostitution ziemlich einfach gestrickt ist, sehe ich mich dennoch aufgefordert auf folgendes hinzuweisen.
Die Tätigkeit der Tantramassage erfüllt nicht die o.g. Definitionen der Prostitution. Grundsätzlich findet weder in Werbung noch Praxis der Tantramassage ein „Anbieten des eigenen Körpers“ statt. die Tantramassage wirbt nicht mit körperlichen Merkmalen der Masseurinnen sondern mit der Darstellung der Massagetätigkeit einschließlich der traditionellen Wurzeln der Tantramassage.
Jeder, der mich in der Vergangenheit am Telefon nach einzelnen Masseurinnen befragt hat, kennt meine Reaktion. Ich beschreibe keine, ich sage nie etwas zu ihren körperlichen Maßen oder der Art und weise ihrer Massagen.
Angeboten wird eine Ganzkörpermassage, die nicht auf sexuelle Befriedigung, sondern auf ganzheitliche Entspannung ausgerichtet ist. Insbesondere findet bei der Tantramassage kein sexueller Verkehr statt. Die Tantramassage hat nicht die Befriedigung sexueller Bedürfnisse der Massagegäste zum Ziel, sondern eine ganzheitliche Entspannung und Körpererfahrung. Die Einbeziehung des Genitalbereichs geschieht vor diesem Hintergrund und stellt weder zeitlich noch konzeptionell den Schwerpunkt der Massage dar.
Prostitution zeichnet sich in der Praxis durch die Verhandelbarkeit einer sexuellen Dienstleistung aus. Der Kunde äußert seine sexuellen Wünsche, die Prostituierte nennt den Preis der sexuellen Handlung. Demgegenüber haben unsere Massagegäste der Tantramassage keine Möglichkeit, sexuelle Wünsche zu äußern oder deren Befriedigung auszuhandeln. Der Massageablauf folgt festgelegten Regeln, ist nicht verhandelbar und wird nicht auf etwaige sexuelle Bedürfnisse des Massagegastes abgestimmt. Daher kann der Massagearbeit bei der von uns angebotenen Tantramassage auch nicht unterstellt werden, dass sie auf Gelderwerb über die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse ihrer Kundschaft abzielt.
Es ist hervorzuheben, dass die Mehrzahl der gängigen Definitionen der Prostitution auf sexuellen Verkehr im engeren Sinne abstellen. Im Strafrecht scheint ein Interesse an einer weiter gefassten Definition zu bestehen, damit strafrechtlich relevante Varianten dieser Tätigkeit leichter geahndet und sanktioniert werden können. Aber auch die weitergehende Formulierung „Prostitution ist eine Dienstleistung, die in vielfältigen Abstufungen unter Einbeziehung des eigenen Körpers die Befriedigung sexueller Bedürfnisse anderer gegen Entgelt zum Inhalt hat“ besagt, dass das Wesen der Prostitution als Dienstleistung in der Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse anderer gegen Entgelt besteht.
Dies lässt sich nicht auf die Tantramassage anwenden, da bei der Tantramassage die sexuellen Bedürfnisse der Klienten weder thematisiert werden noch verhandelbar sind. Die Dienstleistung der ganzheitlichen Massage zielt daher nicht auf die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse, sondern auf eine ganzheitliche Körpererfahrung.
Ich erkläre allen, bei uns mitarbeitenden Masseurinnen, immer wieder : Grundsätzlich entscheidet die Masseurin alleine, inwieweit sie Gästen erlaubt sie zu berühren. Aber grundsätzlich ist es bei uns nicht erlaubt, sexuelle Wünsche der Gäste zu befriedigen. Erst recht nicht, wenn Gäste zusätzliche Bezahlung anbieten. Wir bieten Tantramassagen an, wir bieten keinen Sex. Wir sind nicht, und empfinden uns nicht als Prostituierte.
Nur weil die Tantramassage den Intimbereich mit in die Berührungen einbezieht, nur weil durch die Tatsache, dass die Masseurin, in der Regel, während der Massage genauso nackt ist wie der Gast und nur weil die meisten Männer, wenn ihr Lingam ( Penis ) berührt wird, einen Orgasmus bekommen, der von der Masseurin akzeptiert wird, aber sie nicht gezielt daruf hinarbeitet, nur weil es Gruppen und Behörden gibt, die teilweise ein Weltbild haben welches im Jahr 2009 eigentlich sehr überholt scheint, nur deshalb ist die Tantramassage und die Begegnung zweier erwachsener Menschen noch lange keine Prostitution.
Tantra – und die bei uns angebotene Tantramassage sehen wir als Möglichkeit und Weg, sich selbst weiter zu entwickeln, anderen Menschen offen gegenüber zu treten, und allen Menschen mit Achtsamkeit, Respekt und Liebe zu begegnen. Ein sicherer Weg das eigene Glück zu finden.
Alles Liebe – Liebe Alles
Klaus Smets
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